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Vorstellung

Durch den Anstoss von Paul Barbey aus Romont wurde unsere Vereiningung in den 72~73er Jahren gegründet. Zuerst waren nur Treffen von Jungmusikantenvereinen vorgesehen, dies bis die Vereiningung im Jahr 1993 einige wichtige Erneuerungen erfuhr, welche eine Teilrevision der Statuten verlangten.

Diese Änderungen wurden nötig, nicht zuletzt um unsere kantonalen Strukturen an die Bedürfnisse der Jungmusikanten in Ausbildung anzupassen und um unserer Vereinigung einen neuen Auftrag zu geben, der einerseits im Austausch von musikalischen Erfahrungen bestand und andererseits den Musikgesellschaften einen neuen Antrieb verschaffen sollte.

Diese Entwicklung stellte einen eigentlichen Neubeginn dar. Die VFJ war von da an nicht mehr ausschliesslich den jüngeren Musikanten vorbehalten, sondern stand auch für junge Musikanten, welche bereits bei den Erwachsenengesellschaften mitspielten, offen.

Mit dem Einverständnis und der Unterstützung des Freiburger Kantonal Musikverbandes, konnten wir die verschiedenen Musikgesellschaften im Kanton auffordern, durch ihre Mitgliedschaft bei unserer Vereinigung, ihren Jungmusikanten unsere Veranstaltungen, die wir jedes Jahr organisieren – Musiklager, kantonales Musikfest und musikalisches Treffen – vorzustellen und anzubieten.

Einige Jahre Erfahrung zeigen heute, dass diese neue Ausrichtung unserer Vereinigung notwendig war und den Erwartungen der Musikgesellschaften sowie den Bedürfnissen der jungen Musikanten entsprach: Seit 1992 konnte die VFJ ihre Mitgliederzahl verdreifachen: 85 Musikformationen sind heute dabei.

Unsere enge Zusammenarbeit mit dem Freiburger Kantonal Musikverband ist hiermit auf dem Weg zu einem schönen Erfolg: Seine Mitglieder aus dem französischsprachigen Teil des Kantons gehören auch unserer Vereinigung an. Diese Zusammenarbeit führte ausserdem zu einer Senkung des Mindestalters für die Aufnahme der jungen Musikanten in den kantonalen Verband; das Prinzip und die Modalitäten der Anwendung dieser Bestimmung wurde gemeinsam überdacht und durch unsere beiden kantonalen Vorstände ausgehandelt.

Da zurzeit nur zwei Jugendmusiken aus dem deutschsprachigen Teil des Kantons unserer Vereinigung angehören, die Jugendmusik St. Antoni und die Jugendmusik Gurmels, ist es uns ein grosses Anliegen, als nächstes die anderen Jugendmusiken aus dem Sense- und Seebezirk für die VFJ und deren Aktivitäten zu gewinnen.

Die jährliche Organisation des Ostermusiklagers gehört zu diesen Aktivitäten. Im Jahr 1978 gegründet, erlaubt uns das Musiklager fast alle unsere Ziele zu erreichen, die wir uns auf der Ebene der Ausbildung, des Erfahrungsaustausches und des Kontaktes zwischen den jungen Musikanten gesteckt haben. Jedes Jahr, während der Woche nach Ostern treffen sich junge Musikanten und Musikantinnen von ca. 30 Musikvereinen, um zu üben, zusammen ein Musikprogramm zu spielen und dem Publikum als Schlusskonzert vorzutragen.

Die musikalische Organisation des Lagers wird durch die kantonale Musikkommission vorgenommen. Die Kommission legt das Musikprogramm fest, bereitet es vor, regelt alle Fragen bezüglich des theoretischen und praktischen Unterrichts, und bemüht sich den Jungendlichen z.B. einen Konzertabend zu präsentieren.

An den ersten Lager nahmen jeweils zwischen 45 und 50 Jugendliche teil. Heute ist diese Zahl auf 120 bis 145 zwischen 13 und 17 Jahre alte Jugendliche angestiegen. Sie werden von ca. 20 Leitern und Lehrern begleitet. Da das Interesse der jungen Musikanten am Lager immer grösser wurde, mussten wir 1993 seine Strukturen komplett neu überdenken. Wir wollten die Anzahl der Teilnehmer erhöhen, ohne jedoch Einbussen bei der Qualität des Unterrichts in Kauf nehmen zu müssen. Dies haben wir durch die Schaffung einer zwei-Gruppen-Struktur realisiert. So arbeiten zwei Instrumentalformationen selbständig an zwei verschiedenen Musikprogrammen (dal Segno und da Capo). So konnten wir eine Verdoppelung der Registerproben-Leiter verhindern: Während eine Formation Registerproben durchführt, nimmt die andere Formation an einer Generalprobe teil. Hierdurch wird ebenfalls die Arbeit der Jugendlichen erleichtert, da jeder „nur“ die Hälfte des ganzen Programmes, welches am Schlusskonzert aufgeführt wird, vorzubereiten hat. Die so gewonnene Zeit erlaubt es den Leitern und Lehrern, bei den Registerproben vermehrt ins Detail zu gehen. Auch haben wir unsere Aktivitäten etwas erweitert und bieten den Jugendlichen „Kultur und Freizeit“-Ateliers an zwei Halbtagen an.

Seit 2007 wird zudem jedes Jahr ein Neujahrslager durchgeführt. Dieses Lager verläuft grundsätzlich gleich wie jenes von Ostern, abgesehen davon, dass es für die 18- bis 22-Jährigen bestimmt ist.

An jedes dieser Musiklager lädt die VFJ einen Gastdirigenten oder -solisten aus der schweizer oder internationalen Musikwelt ein, mit dem Ziel, den Jungmusikanten dessen Können zu übermitteln.  

Die Musiklager zeigen erfreuliche Auswirkungen auf die freiburger Musikanten; Freundschaften, die unter den jungen Musikanten entstanden, bilden durch die Herzlichkeit und das gegenseitig gewonnene Verständnis immer engere Bindungen in den Vereinen der Erwachsenen.

Abgesehen von den traditionnellen Veranstaltungen, wie die Lager, die musikalischen Treffen oder die kantonalen Musikfeste, bietet die VFJ auch spezielle Aktivitäten an. So hat sie im Jahr 2009 z.B. einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ziel, die Schaffung neuer konzertanter Musik (Harmonie und Tambouren) durch Jungmusikanten aus dem Kanton Freiburg zu fördern.